Mittwoch, 16. Mai 2018

My river runs to thee


MY river runs to thee:
Blue sea, wilt welcome me?

My river waits reply.
Oh sea, look graciously!

I ’ll fetch thee brooks
From spotted nooks,—

Say, sea,
Take me!

- Emily Dickinson
 Bild:  Debra Bloomfield


Montag, 7. Mai 2018

Calla




Manchmal
wird das Glück spürbar
in den Fußsohlen
wenn du auf Moos
durch den Garten gehst
ums Haus
an einem stillen
milden Tag
der dir gehört

Im Erntekorb
goldgelb dein eigenes Ich


- Angelica Seithe -
[aus : Über der strömenden Zeit / Neues Literaturkontor ]


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Wie sehr freue ich mich auf die Rückkehr nach Calla!

Montag, 23. April 2018

Wake me up


Im memory of Tim Bergling, called "Avicii" 
born 8. 9.1989
died  20.4.2018  -  28 years old 
R.I.P.

Ich lernte "Avicii" über diese irische Gruppe mit dem Song "Wake me up" (in Gälisch gesungen) überhaupt erst kennen. Eine wunderschöne Interpretation dieses Liedes.

Und hier seine Stimme: 




Mittwoch, 18. April 2018

Yours is the light



yours is the light by which my spirit’s born: 
yours is the darkness of my soul’s return 
you are my sun,my moon,and all my stars

E. E. Cummings
[selected poems / liveright]
Bild: Victor Sparre "Night with stars"

Freitag, 13. April 2018

Frühling Calla 2018 (1)


¨ Am Ende gibt es doch nichts, das uns mehr erden kann, als das Rauschen der Wellen und die salzige Brise des Meeres, wenn wir im Sand sitzen und die Unendlichkeit von Himmel und Meer beobachten. Daher ist das Meer so viel für mich: Es ist meine Inspirationsquelle, mein Fels in der Brandung, mein Ruhepol. Es ist Sanftmut und Wildheit zugleich, und selbst im Sturm noch Faszination. Es schafft Raum für Gedanken und Ideen - Platz für Veränderung und Wachstum. 
(nach: K. Seck)


                                                               John Constable


Calla, 22. März 2018

¨Bergfest¨ liegt schon hinter uns und - obwohl ich nicht vorhatte, zu schreiben, treibt es mich nun doch an den Küchentisch mit Blick in den Garten.   
Heute ist der Himmel verhangen, als gäbe es ihn nicht... Er hängt  direkt über dem Rasen als graue, undurchdringliche Masse. Und so sehe ich lediglich das nahe Grün vor dem "sun room" und die Büschel der Narzissen, die dicke gelbe Akzente setzen.Das Grün hat uns  so sehr gefehlt und neben den Narzissen beginnt zaghaft der Ginster zu blühen.  Die Landschaft des Bogs ist noch braun und läßt nur ahnen, wie bunt  sie sein kann im Sommer. 




Wir sind seit 10 Tagen zurück in Calla und es ist genug geschehen, das sich festzuhalten lohnt. 
Seit die Autobahn südlich von Galway, auf die wir so sehr gewartet haben, eingeweiht ist, gibt es keine Shannon-Flüge mehr ab Berlin :)  und wir können derzeit nur über Dublin kommen. Dublin war und bleibt verbunden mit Florians Leben und es ist schade, dass der Kontakt zu Kevin im Grosvenor Square abgerissen ist. Ich weiß nicht einmal, ob er dort noch lebt.
Wir haben es dieses Mal vorgezogen, keinen Besuch zu wagen.  Ich möchte mich vor der Enttäuschung, Kevin nicht mehr vorzufinden an diesem Ort, schützen! Vielleicht nächstes Mal... Außerdem: Florian hat längst seinen festen Platz hier im Haus.


Auch diesmal war die Ankunft nicht sehr glücklich, das Haus kalt, weil wir unseren Flug um einen Tag vorverlegt hatten, dies aber leider Claudia nicht mitteilten.. Und wieder fanden wir uns kaum zurecht im dort mittlerweile entstandenen "kleinen Choas der Dinge", die eigentlich ihre festen Plätze haben.
Ich habe darüber nachgedacht, weshalb mir diese ¨Kleinigkeit¨, wie mancher sicher denken wird, so sehr zu schaffen macht:  Ich komme nicht in ¨mein Haus¨ zurück, wenn die Dinge dort nicht mehr zu finden sind, wo ich sie hingestellt habe... Meine Seele braucht diese äußere Ordnung, um das immer wiederkehrende innere Chaos so gut wie möglich zu beherrschen. Aber es geht dann doch immer recht schnell - wir rücken alles zurecht und auch die Küchenschränke haben bald wieder "unsere Ordnung" :)  





Wenn dieser schwierige Part des Ankommens bewältigt ist, wenn die Koffer ausgepackt sind, die Sträuße, die wir um diese Zeit mitbringen in den Vasen stehen;  wenn die Lebensmittel verstaut sind, und das Torffeuer brennt, dann  weiß ich, dass die Unannehmlichkeiten schnell vergessen sein werden.  Es gibt den Ausdruck, etwas ¨ in Besitz zu nehmen¨, den ich bisher vermied und nicht mochte;  hier macht er für mich Sinn:  wir müssen das Haus - jedes Mal - von Neuem zu ¨unserem¨ machen.  Diesen Schritt können wir nicht überspringen.  Das ist schade. 

Das Wetter zeigte sich  von sehr unterschiedlichen Seiten in den ersten Tagen, überwiegend aber trocken und deutlich kälter als in den letzten Jahren:  Winter!  Nachts Minusgrade.  Das haben wir selbst in den Urlauben im Dezember/Januar hier nicht erlebt. Also:  der Kofferinhalt blieb überwiegend unbenutzt :) Ein Segen, dass ich meine ¨Wintergarderobe¨ hier habe und hier lasse!  Frühling wird dann - hoffentlich - im Mai/Juni sein :) 

Frühling Calla 2018 (2)




Ich fühlte mich bei Ankunft noch immer geschwächt von der Influenza, die uns diesen Winter beide erwischt hatte und über Wochen zu schaffen machte.  Irland war immer mein Fixstern -  und auch die Hoffnung auf etwas Wärme.

¨Nie aussichtslos¨ - das ist, was wir hier vom Wetter gelernt haben... Und:  wenn es einem so erscheint, dann ein gutes Buch nehmen, eine Wolldecke und einen Lesetag einlegen!

Kälte macht klare Himmel - und die Sterne sind nachts so nah, als könnten wir sie mit den Händen herunterholen. 



Wir schlafen wunderbar - und draußen im Garten an Florians Stein brennt wieder die Laterne, die die Sonnenstrahlen am Tag eingefangen hat.  Dahinter weit draußen wirft der Leuchtturm sein Licht in die schwarze Nacht.  Es ist unendlch friedvoll!   Was stört da eine Blasenentzündung, die ich - dank mitgebrachten Antibiotika - schnell schmerzfrei im Griff habe... Ich intepretiere diese Episode so, dass ich noch zu wenig Abwehrkräfte mobilisieren kann -und  gönne mir viel Wärme, Ruhe literweise Cranberrytee! 



Mein Radius bleibt also zunächst - bis auf einen Besuch am Strand von Manin-Bay sehr klein. Hans und Astrid, die uns besucht, vergrößeren ihren mit langen Strandwanderungen. ¨St.-Patricks-Day¨ fällt für mich aus und die beiden kommen von der Parade in Clifden ziemlich enttäuscht zurück. Ein eisiger Wind fegte durch die Straßen und viele der sonst vertretenen Gruppen, vor allem auch die Schulklassen -  traten gar nicht erst an.  Also auch da habe ich nichts verpaßt!




Die gemeinsamen Essen, die Abende am Torffeuer, sie sind vertraut, gemütlich und es gibt viel zu erzählen, da Astrid sich selbst nun ein Haus gekauft hat - und zum ersten Mal eigenständig - außerhalb von Camphill leben wird!  Dieser Schritt wird ihr leicht gemacht, da die Umstellungen und Veränderungen bei Camphill so drastisch und dramatisch sind, dass ohnehin die Zukunft aller bisher dort lebenden, langjährigen Mitarbeiter ungeklärt ist.  Es schmerzt, zu hören, was aus dieser wunderbaren Idee, der selbstlosen Initiative und Kreativität dieser Gründer der Plätze hier in Irland geworden ist.  Niemand honoriert ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Betreuung und das gemeinsame Leben mit  den Menschen mit ¨special needs¨.  Das haben sie wahrhaft nicht verdient und Karl König würde sich im Grabe umdrehen, wenn er diese Entwicklung erleben müßte.. 
Die Bürokratisierung Irlands ist kaum irgendwo so deutlich wie hier - und Camphill in der Form, in der wir es erlebt haben und wie Florian als Mitarbeiter dort lebte, ist gestorben!

Das ist bitter - und so wird Astrid im besten Fall als Angestellte bei Camphill weiter arbeiten, aber -nach getaner Arbeit-  nach Hause gehen.  Kein Zusammenleben mehr mit den ¨specials¨ über diese Arbeitsstunden hinaus.  


Ich ziehe mich bald zurück mit meinem Buch und lasse den Geschwistern die Zeit, die sie ja nur hier gemeinsam haben! 

Astrids Begeisterung für das Haus, für Connemara, für die liebevolle Umsorgung durch uns, sind wunderbar und sie ist wirklich ein Gast, wie man ihn sich wünscht.  



Unser gemeinsamer Spaziergang am Strand von ¨Dogs Bay¨ und über die Wiese nach ¨Gurteen¨ ist dann beinahe euphorisierend! Wie sehr hat mir die Nähe des Atlantik gefehlt, hier bin ich sofort im Kontakt mit Florian - taumelnd im Glück und innerlich schreiend vor Trauer...



Nasse Muscheln in der Manteltasche und zerzauste Haare unter der Kapuze des Mantels - so betreten wir ¨The Bogbean¨ - unser Lieblingscafé in Roundstone - und, wie schon in ¨ Upstairs Downstairs¨ in Clifden, werden wir freudig begrüßt  hier sogar mit einer festen Umarmung von Orla:  "How wonderful to see you again"!!!   Und ja, wir sind keine richtigen  ¨Touristen¨ mehr, wenngleich wir auch keine richtigen ¨residents¨ sind :)  eben etwas dazwischen, was sich aber durchaus gut anfühlt...



Jeder Chat hier beginnt mit dem Wetter und wir sind erstaunt, wie schlecht Iren ihr Wetter darstellen. ¨It was raining since June last year¨... Das haben wir nun mehrfach gehört und wir können dies einfach - durch Anwesenheit sowohl im Juni als auch im September - widerlegen :)


Es war - zugegebener Maßen kein sehr stabiler Sommer und es hat auch sicherlich viel geregnet, aber es war keineswegs ein hoffnungsloser Sommer und selbst der Winter war - wie wir von Claudia oft hörten - not too bad! Auch am Zustand des Hauses können wir feststellen, dass es so naß, wie ständig beteuert, nicht gewesen sein kann :)  Aber wir kommentieren die Aussage nicht, sind sie doch subjektiv so empfunden - und letztlich kommt es nur darauf an!