Sonntag, 5. Oktober 2014

Schönes, grünes, weiches Gras


Schönes, grünes, weiches Gras.
Drin liege ich.
Mitten zwischen Butterblumen!
Über mir,
warm,
der Himmel:
ein weites, zitterndes Weiß,
das mir die Augen langsam, ganz langsam
schließt.
Wehende Luft, . . . ein zartes Summen.
Nun bin ich fern
von jeder Welt,
ein sanftes Roth erfüllt mich ganz,
und deutlich spür ich,
wie die Sonne mir durchs Blut rinnt –
minutenlang.
Versunken Alles. Nur noch ich.
Selig.

 Arno Holz (1863-1929)

Zurück im Reich der Melancholie - Teil 7



15.9.2014
Die letzte Woche ist angebrochen und noch immer sind wir im Sommer. Kein Tropfen Regen seit 3 Wochen.. Und nicht nur wir können es kaum glauben. Gerade schreibt Bridgit, die wir noch nicht gesehen haben: ¨...¨Thanks for bringing this beautiful weather. I don't remember having a September his nice before.... But please don't take it with you on Saturday¨.... Ja, wenn wir es wirklich (!) in der Hand hätten..gerne würden wir es dabei bełassen, wobei ein kräftiger Regen der Natur nicht schaden würde :)
Wir haben Freitag auch einen Termin mit dem Steuerberater in Clifden, denn alles muß ja ¨ seine Ordnung¨ haben - und auch die Steuer bezahlt werden :)
Ich schaue zurück auf harmonische, schöne Tage mit Astrid und möchte auch sie hier festhalten. 

12.9. Wir gehen die neu entdeckte Bogroad, an der wir einen großen Haufen trockene Weide, die jemand dort entsorgt hat, fanden um uns mit kleinem Anfeuerholz zu versorgen. Leider liegt an diesem wirklich pitoresken Pfad auch ein gigantischer Müllberg, der uns entsetzt und wütend weitergehen läßt.. Warum? Wie kann man denn nur?  Und gerade in dieser stillen Landschaft.. Es ist ein Eingriff in diese Schönheit, mehr als nur ein Schönheitsfleck, der richtig schmerzt.. Und er wird wachsen... Denn wo einmal eine Müllhalde entstanden ... Je weiter wir den Weg gehen, desto stiller wird es, nur der leise Wind die Schafe, die, wie auf Pumps, diesen Weg ¨beschreiten¨.. Herrliche Tiere. Sie sehen uns neugierig entgegen, machen uns aber dann Platz und scheuen jede Nähe. 
In der Ferne sehen wir unser Haus! Wir hatten es gehofft, waren uns aber nicht sicher, dass der Weg so verlaufen wird.. Wäre Astrid schon angekommen, hätten wir sie im Garten sitzen sehen.. Wir schauen über den Maumeen Lake und auf das Meer!  Ein erhebend schöner Blick! 

Praktisch zur gleichen Zeit sind wir zurück und freuen uns wirklich, Astrid HIER wiederzusehen. Es ist so anders mit ihr hier als in Berlin. Wir können uns auf das HIER konzentrieren.. Und sie ist so begeistert von diesem Flecken Erde! Gemeinsam inspizieren wir das Haus, sie ist begeistert von den neuen Fenstern, über die wir wirkich sehr glücklich sind. Das Badezimmer ist zum ersten mal warm und die Wärme hält auch noch in der Nacht wenn die Heizung aus ist.. 


 (Martin beim Ausbau der Badezimmerfenster :)

Das Schlafzimmer hat nun ein ¨richtiges¨ Fenster, das allerdings nach außen öffnet.. Daran muß man sich gewöhnen! Es ist eigentlich in Irland hauptsächlich ein Sicherheitsfenster, denn große Fenster sind tatsächlich nicht nötig. In den anderen Räumen behalten wir die alten Fenster. Sie geben dem Haus einfach mehr Charakter. Nach und nach werden wir auch dort Doppelverglasung einfügen.... Step by step!

Natürlich zieht es Astrid als begeisterte Schwimmerin ans Meer und so fahren wir - auf dem Weg nach Roundstone - an den Strand von Dogs Bay, der jetzt in der Nachmittagssonne liegt.. Wir hatten schon im Garten auf Decken in der Sonne gelegen und uns ein wenig ausgeruht... Soviel Sonne - und das in Irland!

 
Mit Astrid zusammen geht nun auch Hans-Jürgen ins kalte Nass....omg - ich würde es niemals schaffen. Das Wasser hat - trotz des guten Wetters - nicht mehr als 16°!
Hier geht jeder dem nach, wonach ihm ist... Und Astrid finden wir im Kies - Unkraut zupfend. Die Liebe!

Ich habe damit begonnen, aber weit bin ich nicht gekommen.. Sie ist doppelt so schnell und als sie abfährt nach 2 Tagen ist der große schöne Kiesplatz mit den ¨Standing Stones¨ sauber und sieht doppelt gut aus.
Hans-Jürgen und ich schleppen die Gieskannen und wässern die Pflanzen.. Wir wissen gar nicht, was sie ohne uns gemacht hätten... Sicherlich ums Überleben gekämpft, denn man kann z.B.den Rosen richtig ansehen, wie sie aus ihrer Starre kommen und neu austreiben.. Auch alle andern Neuanpflanzungen brauchen - natürlich -Wasser. 

Wir kochen zusammen, wir haben viel zu erzählen und sitzen den restlichen Abend gemütlich am Fireplace. Die Sonnenuntergänge sind längst legendär!!!

13.9.  Breakfast in the Sunroom... Wo sonst und nach dem Frühstück machen wir uns auf, um den Rundweg auf Inisnee mit Astrid zu laufen. Wir werden wirklich nicht enttäuscht, sondern - wieder einmal- angenehm überrascht: ein lohnender, schöner Weg, hoch über einer Bucht, die am kleinen Pier endet. Ruinen, in denen - wie in einem zu großen Blumentopf - Fuchsien leuchten.


Ein sehr alter Friedhof, mit zahllosen niedrigen Feldsteinen, die Grabsteine mit Inschrift ersetzen mußten. Dafür war wohl in dieser Zeit kein Geld. Der Friedhof ist gemäht, das ist selten. Die Ruinen einer Kapelle geben dem Ort etwas Würdevolles.
An einem Pier machen wir Pause und schauen auf Roundstone, das von dieser Seite besonders hübsch aussieht, mit seinen bunten Häusern, wie an einer Kette aufgereiht.
Roundstone soll einer der hübschesten Küstenorte sein. Wieder sind wir im Garten und Astrid zieht es mit ihrem Bruder noch einmal hier an unseren Strand zu einem vorabendlichen Swim! 
Matt hat die Auffahrt mit Unkraufvernichter besprüht, da wir Dienstag noch einem eine Ladung Kies bekommen...(Irgendwie bekommt man hier zu solchen martialischen Dingen eine andere Beziehung :)
Der Abend klingt wieder am Kamin aus... Ein guter Tag!

14.9.    
Ausflug nach Bunowen und Abzweig nach Dunloughan. 


Hier zeigen wir Astrid das ¨Blackbird Cottage¨ in dem wir 2012 gewohnt haben. Es sieht unverändert aus. Wir wissen, dass es zum Verkauf steht. Auf immer schmaler werdender Straße (zwei Autos kommen hier nicht mehr an einaner vorbei) und die Straßenränder sind von Steinmauern begrenzt, über die wir - als Kunstwerke - immer wieder stauenen. Die Felder sind mit diesen Mauern durchzogen... Astrid erklärt uns, dass es Kurse gibt, in denen man das Errichten dieser Mauern erlernen kann. Wir nehmen den Abzweig Keerhaun. 
 Vor einem Cottage endet die schmale Straße. Hier macht man sich gerade auf, zur Ponyshop nach Roundstone zu fahren. Wir kommen kurz ins Gespräch: ¨Where are you from¨ - ¨Berlin¨ - ¨ Oh, we were in Berlin in February for the Filmfestival.¨... Eine Regisseurin, deren Film (¨47 angels¨) in diesen Tagen bei ARTE oder im ZDF läuft.. Verrückt, wie klein die Welt dann doch wieder ist! 
 




Der Fußweg führt uns Richtung Küste, vorbei an kleine mit Stroh gedeckten, aufgegebene Cottages, Kuhweiden und immer wieder diesen mit Hunderten von Mäuerchen durchzogenen Feldern!  Die Montbretien sind verblüht, aber die Fuchsien haben ihre Hochzeit. Gräser, Farne und leuchtender Ginster!

In der Bucht sehen wir zum ersten Mal Camper.  Von Neopren geschützt tollen Kinder im Wasser. Natürlich schwimmt Astrid - und natürlich ohne Neopren! Der Strand ist sauber, kein Seegras und somit können sich die Farben des Wassers im weissen Sand erst richtig entfalten: Alle Blautöne bis türkis.. Astrid schwelgt und schwärmt und ist jetzt schon traurig, am nächstenTag fahren zu müssen.

Wir genießen ihren Besuch. Sie lebt hier - es ist schön, über all unsere Erfahrungen und Entdeckungen mit ihr sprechen zu können. Sie kennt ¨die Iren¨ natürlich sehr viel länger, kennt ihre Eigenarten und ihr Wesen, wenn dies überhaupt möglich ist :)  Wir haben einige Lehren erteilt bekommen - und wir sind und bleiben lernfähig. 

(Aus den Nachlass von Susan)

Gestern beispielsweise stand unsere Nacharin, als wir von einem Ausflug zurück kamen am Tor und lud uns ein, ihr Haus anzusehen. Wir hatten ja vermutet, es sei verkauft, aber es stellte sich heraus, dass sie die ¨ alte¨ Eigentümerin ist. Wir hatten uns gerade einen Capucchino gemacht und ich meinte, sie könne doch zuerst unser Haus ansehen, einen Capucchino mit uns trinken und dann kämen wir mit zu ihr.. Irgendwie ging es so herum aber nicht und so zogen wir mit Tablett und 3 Tassen Kaffee zu ihr nebenan, um das Cottage, das wir doch durch die Scheiben längst angeschaut hatten und das uns so überaupt nicht gefällt, noch einmal vorgeführt zu bekommen. Sie hat sich - das muß man zugeben, eine unglaubliche Mühe gemacht, es (nach ihrem Geschmack) herzurichten, aber es ist und bleibt eng und viel zu überladen.. Dennoch bestätigten wir ihr, wie hübsch alles sei, tranken in der Küche unseren Kaffee (obwohl wir viel lieber im Garten gesessen hätten) und konnten sie allerdings ein wenig über unsere Vorgänger hier befragen. Susan und Dennis. So langsam wird das Puzzle dichter und es entsteht ein Bild: Susan war Amerikanerin. Dennis war vor ihr mit einer Frau liiert, der das Haus hier gehörte. Als sie sich trennten, überlies sie ihm das Haus, ohne dass sie es ihm überschrieb. Erben würde ihre Kinder sein, an die wir auch bezahlten. Dennis und Susan heirateten und Marianne meinte, Susan sei - so wunderbar sie menschlich war, auch ein wenig ¨weird ,  ¨seltsam¨ gewesen. Sie war ¨counceler¨ (in welche Richtung genau, wissen wir nicht, ausser, dass sie mit Menschen in Trauer gearbeitet hat). Sie hat offenbar aber auch so was wie ¨rituelle Tänze¨ im Garten veranstaltet, was die Gestaltung des Gartens mit den ¨Circles und Standing Stones¨ und vor allem ¨Florians Platz¨ erklärt.... Ich denke, dass es - wie versponnen auch immer - etwas war, das einen spirituellen Hintergrund hatte. Susan erkrankte und starb an Krebs, zwei oder drei Jahre vor Dennis. Die Erben, die mit beiden nichts zu tun hatten, holten sich alles Brauchbare und verkauften alles, das noch einen Wert hatte.. Den ¨Restmüll¨ haben wir übernommen - und in ihm (für uns) Wertvolles auf das Leben der beiden Menschen gefunden.




Jedenfalls war Marianne natürlich neugierig auf das Haus, das sie im Zustand ziemlicher Verwahrlosung zuletzt sah... Und ihr Erstaunen war ihr anzumerken! Sie verstummte förmlich und konnte sich - leider - aber auch nicht dazu hinreissen lassen, ihre Freude über den jetzigen Zustand auszudrücken.¨ It was a cold house¨ meinte sie, als sie es betrat - und davon kann wirklich keine Rede mehr sein. Es ist ein durch und durch wärmender Ort - in seinen Farben und seiner Ausstattung.


"You made it a beautiful place" - sagte eine der älteren Besuchererinnen bewundert und offenbar erleichtert..... 
 

Samstag, 4. Oktober 2014

Magie


Manchmal ist ein Feedback auf den blog so schön und so berührend, dass es einen eigenen Eintrag bekommen soll.
Du hast mir, liebe Gisela, mit Deiner heutigen email, in der Du mir aus Deinen vielen Erfahrungen und Erlebnissen in Connemara erzählst, etwas sehr Persönliches, etwas sehr Schönes und mich tief Berührendes zum Thema "Magie" geschrieben, dass ich hier gerne (mit Deiner Einwilligung) dem blog zufügen möchte:


Wenn ich „The Quiet Man“ höre, denke ich automatisch an Florian. Warum? Nun, wir waren 2003 – ich erwähnte es bereits – nach vielen Jahren wieder in Irland. Damals wussten wir schon umeinander, kannte das tragische Geschick Florians und fühlte mich ihm in Irland irgendwie verbunden. Ich fand es irgendwie merkwürdig, schließlich kannte ich ihn ja „nur“ aus Deinen Mails und den Auszügen seiner Briefe, die Du mir zuschicktest.

Auf unserer Tour durch Connemara fuhr Christian uns zur „Quiet Man Bridge“ und erzählte, dass diese Region für viele Amerikaner aufgrund eines Films wichtig sei. Ein Film, von dem ich bis dato nie etwas gehört hatte. Es regnete leicht und war etwas neblig und ich dachte, wenn das Wetter während unseres Aufenthalts so sein würde, sähen wir nicht viel von Irland. Ob Florian vielleicht ein gutes Wort für uns einlegen könnte, dachte ich, vielleicht könnte das Wetter doch an einigen Tagen etwas besser werden. Ich glaubte meinen Ohren nicht zu trauen, als aus dem Autoradio von Christian Sekunden später „Song for Ireland“ erklang. Dies habe ich Dir vor Jahren bereits geschrieben, auch wie verunsichert ich war, doch als nach kurzer Zeit das Wetter nicht nur besser, sondern sogar gut wurde, nahm ich es dankbar als ein Geschenk von Florian an.

Ich denke, das ist etwas, was für mich mit der Magie Irlands verbunden ist. Man hinterfragt die Dinge nicht, will nicht wissen, ob etwas möglich sein kann, man nimmt es an – es ist die Realität des Augenblicks, ein tiefes Wissen, das in solchen Moment vielleicht in uns erwacht.....

Du hast es mir damals geschrieben, ich erinnere es gut. Aber ich danke Dir, dass Du es mir heute noch einmal geschickt hast!  Vielen herzlichen Dank!

Bild: Gary Cook  

Zurück im Land der Melancholie - Teil 6



 9.9. abends 18.30

Es ist ein wirklich wundervoller Sommertag heute und in Clifden sind die Straßencafés am überquellen und die Shops leer :)  Wer will bei solchem Wetter schon einkaufen...   
Die ganze Stadt schmückt sich auf die ARTS WEEK, auf die wir uns freuen. Zum ersten Mal sind wir - zumindest einige Tage noch hier!  
Wir ¨daten¨ kurz die handys ab, warten noch auf den Anruf von Whirlpool, der nicht erfolgt... Und so wissen wir nicht, wann morgen der Herd geliefert wird. Aber was soll's, wenn man es auch hier um das Haus so schön hat!



An unserem Coral Beach - hier ankommen und wieder umfängt mich dieses glückliche Gefühl, wenn unser Haus endlich erscheint!

Wir machen gemeinsam eine kleine Verschönerung am Tor.... Sie gibt dem ungleichen Eingang einen kleinen, bunten Pfiff!  Mein Bruder wird staunen, wenn er nach uns kommt! Er war im Juni letztes Jahr mit uns hier... Das Haus nicht fertig - und Schwerstarbeit im Garten :)  Diesmal kann er genießen!



Ich weiß nicht, ob uns die bevorstehende ARTS WEEK  in Clifden schon jetzt anregt,jedenfalls entsteht hier KUNST IM GARTEN :)  und wir entwickeln Kreativität und Freude!!!
Im "Swimming Pool" hängt Strandkunst!






Hans-Jürgen übertrifft sich geradezu in der Gestaltung der Mauer um diese Terasse, die wir sehr nutzen und die ja diesen nahen Blick auf den bog hat!!! Wunderbar!!!!


Freitag erwarten wir Astrid und - zumindest kurz - werden auch Peter und Cornelia reinschauen. Sie haben schon wieder ein neues Projekt aus zwei Ruinen in Claddaghduff. Sie sind gefragt - und sie sind gut. Wir bewundern Peter sehr, der trotz seines Alters und der überstandenen Krankheit am Telefon auf meine Frage, wie es ihm gehe meinte:  ¨Better than ever¨ - was mich laut lachen lies. Ach, diese Menschen sind einfach toll!





10.9.
What a day!  Wolkenloser blauer Himmel nach einer wolkenlosen Nacht mit einem Mond, der die Natur und das Haus nachts belebt!  Es ist kühl in den Nächten und morgens liegt dichter Tau auf den Wiesen - die einzige Feuchtigkeit seit den ersten Tagen hier!  No rain! 
 Frühstück im ¨“Sun Room“¨ - so sonst - und wir haben Besuch:  ein dicker, brauner Hase, fast so groß wie ein Dackel sitzt aufrecht und hält seine Nase witternd in die Luft. Er geht weiter, bleibt aber noch ein Weilchen um uns... Wir regen uns nicht hinter den großen Scheiben!
Auf der Weide sind seit gestern Kühe am Grasen. Wir haben beobachtet, wie der Bauer sie über die Straße trieb. Immer wieder wird der Verkehr hier durch den Viehtrieb aufgehalten... ¨Traffic jam in Ireland¨ seht auf Ansichtskarten, die dies bezeugen!  Ja, es ist die Insel, auf der man - in jeder Hinsicht - viel Geduld braucht!



Wir sind ans Haus gebunden, da wir auf Whirlpool warten und so gehen wir - jeder seinen - Tätigkeiten nach:  ich beschließe einen gründlicheren Hausputz. Obwohl wir die reinste Luft Europas haben, gibt es doch auch Staub :) Natürlich tragen wir einiges vom Strand und dem Garten ins Haus.. Ingesamt ist es aber wirklich sehr sauber und die gute Arbeit von Bridgit als Grundlage zu sehen!
Ein kleiner Imbiß am Mittag, der meist aus leckerem Müsli mit Obst und einem Cappuccino besteht ist eine gute Unterbrechung und dann legen wir uns wieder die Decken in dies Wiese und liegen in der Sonne! 


In Murvey haben wir die meisten unserer großen Strandkiesel, die an der Wand zur Küche, aber auch  hier im kleinen Schlafzimmer als Dekoration liegen, geholt und dort beginnen wir ...und werden fündig: schnell sind die großen IKEA-Einkaufstüten mit dem mitgebrachten Spaten gefüllt und wir haben Muße für einen Spaziergang am Strand. Das Wasser erscheint uns heute ausgesprochen warm und hätten wir Badesachen im Auto, wäre dies der Moment gewesen :)  Die Bucht mit ihren durchfurchten Ausläufern gleicht wirklich einer Mondlandschaft... Und dahinter - wie immer hier - die Twelve Bens!  Noch immer keine Wolke am Himmel und es ist sommerlich warm! 


Wir können es kaum glauben und bekommen von einem jungen Mann, der angeschwemmte Reusen am Strand einsammelt die Bestätigung: ¨ Isn't is a brillant weathter today. And so unusal for this period¨.  Gut, wir können es nicht wirklich bestätigen, denn es ist die Zeit, um die wir jedes Jahr hier sind - und immer haben wir gutes Wetter - bis auf 2009, wo auch wir im Regen gelandet waren und promt  ein Jahr aussetzten :)

Weiter geht es nach Roundstone zum Cappuccino + Scone, den wir uns teilen. Ein Blick in die Handys und es ist ruhig. Das ist gut. Hans-Jürgen wirft immer auch einen Blick in die Weltpolitik, aber auch die schlimmen Krisenherde scheinen ein wenig zu ¨pausieren¨ - eine Lösung für die Ukraine noch nicht gefunden - und wer wird Putin noch Glauben schenken... Aber wir lassen dies alles eine Randnotiz sein und wollen uns auch von der Politik und der Not der Welt eine Pause gönnen. Sie hat uns in Berlin in den letzten Wochen fast den Atem geraubt... ¨ You sometimes need a break¨ 


Weiter geht es - weil das Wetter es geradezu herausfordert - nach Inishnee, der kleinen Halbinsel gegenüber von Roundstone. Wir waren seit längern nicht auf diesem uns begeisternden Fleckchen und entdecken auch hier einen Pier, auf dem sich Reusen stapeln. Lobster wird wohl am meisten vor Irlands Küsten gefangen und - wie die Austern -sicherlich gezüchtet. Das Licht des hereinbrechenden Abends taucht Wasser und Land in seine unvergleichlichen Farben. 
 


Bunte kleine Holzboote liegen unbeweglich im Wasser, Möwen und Reiher kreisen und auf den Weiden grasen Kühe.  Es ist ein wenig mehr gebaut worden, aber meist scheint man doch alte Cottages mit viel Geschmack und Gefühl zu restaurieren - und so buhlen weiße Wände mit roten Fenstern und Türen und nicht minder roten dichten Ginsterbüschen um unsere Aufmerksamkeit. Ein Hund bellt, das einzige Geräusch. Es gibt einen neuen ¨loop¨ (Rundweg), den wir mit Sicherheit noch gehen werden. Steinmauern  und Ruinen kleiner Cottages - manchmal nur noch vom Efeu aufrechtgehalten, geben dieser Insel ihren Charakter. Wunderbar!


 
 
„…. Das Gefühl unserer uralten Sehnsucht nach der Natur wachzurufen, kann uns dabei helfen, unsere Sehnsucht zu verankern. Wenn wir allein hinausgehen und in die Einsamkeit eintauchen,
kehren wir heim zu unserer Seele.  Wenn wir einen Platz in der Natur finden, an dem unser Geist und unser Herz zur Ruhe kommen, dann haben wir einen Zufluchtsort für unsere Seele entdeckt“…

John O‘Donohue
Landschaft der Seele, 2000